Es ist schwierig, über das Sterben zu schreiben…

…aber es betrifft jeden von uns. Wir alle werden Sterben – der eine früher, der andere später.

Ich weiß, dass mir nicht mehr so viel Zeit bleibt, der Arzt hat es mir gesagt; wie lange genau, weiß natürlich niemand (wenn ich Glück habe, noch ca. 5 Jahre). Mir ist aufgrund dieses Wissens die geistige Auseinandersetzung mit dem Sterben und dem Tod nahe. Ich empfinde es auch als Privileg, dass ich mich damit auseinandersetzen kann. Denn den meisten von uns wird der Tod plötzlich und unerwartet begegnen, ohne dass sie wissen, dass ihr Leben vorbei ist. Ich habe meine Angelegenheiten geregelt, mein Testament ist geschrieben, meine Beerdigung organisiert und bezahlt

Ich habe meine eigene Ansicht zum Sterben gefunden. Da man kaum mit jemand anderen darüber sprechen kann, weiß ich natürlich nicht, ob in dem Bereich irgendwo ein Konsens besteht. Es ist halt meine Meinung, und sie fühlt sich für mich richtig an.

Was ich hasse und ablehne, sind die guten Ratschläge von Menschen, die es ja nur gut meinen, wie man das Sterben erleben soll, wie man sich dabei zu fühlen hat. Wie oft sind diese Leute eigentlich schon gestorben? Jemand beim Sterben zu begleiten oder zu beobachten ist sicher eine here und bewundernswerte Aufgabe. Wer sie leistet, leistet gute Arbeit. Aber dass diese Menschen ein echtes Verständnis darüber haben, was ein Sterbender empfindet, wage ich zu bezweifeln. Also unterlasst es, Ratschläge zu geben.

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Da ich nicht religiös bin, sehe ich den Tod als etwas Endgültiges an. Danach ist nichts mehr. Was mir etwas Angst macht, ist das Sterben selber. Ich hoffe, es wird nicht zu schlimm.

Da ich also meinen Tod fast ohne Angst erwarte, bin ich relativ fröhlich und ausgeglichen. Ich möchte manchmal sogar Scherze darüber machen, aber ich unterlasse es mit Rücksicht auf die Menschen, die ich liebe bzw. die mich begleiten. Ich sehe den Schmerz, den sie fühlen, die Tränen in ihren Augen, wenn ich über meinen Tod spreche. Also bleibe ich stumm. Ich will sie nicht verletzen. Es wird schon so schlimm genug für sie, wenn es dann soweit ist. Ich habe den leichteren Part dabei.

Und genau hier liegt die Ursache, dass selbsternannte Berater ihren Rat besser für sich behalten sollten. Sie wissen nichts über das Sterben. Wir Sterbenden sprechen nicht darüber. Wir sagen nur das, was die uns lieb Gewordenen sie hören wollen. Wir schonen sie.

Natürlich ist uns Geld nicht mehr so wichtig, aber auch hier, wissen wir, dass es den Hinterbliebenden wichtig ist – viele der Sterbebegleiter verstehen das völlig falsch. Sie glauben, Geld wäre für uns völlig wertlos – das ist nicht wahr. Aber wenn man sowieso fast mittellos ist, hört es sich besser für die Angehörigen an.

Ich kann mir zum Glück alles leisten, was ich möchte, aber ich kontrolliere noch, was für meine Angehörigen bleibt. Und etwas gebe ich auch mit warmer Hand. Ich habe keine großen Wünsche mehr, nur noch Kleinigkeiten – die erfülle ich mir, wie mein Zustand es zulässt. Ich denke, ich habe nicht viele Fehler gemacht in meinem Leben.

Eigentlich habe ich nur eine Frage – typisch für eine Agnostikerin:

Was passiert mit dem, was in mir so stark „Ich“ sagt?

Sachdienliche Informationen nehme ich gerne entgegen. Es fällt mir noch schwer zu akzeptieren, dass auch dieser Teil von mir auch für immer vergeht. Aber wahrscheinlich ist es so.

Nein, kommt mir nicht mit Seele o.ä.

Bitte beachtet, dass ich Kommentare nicht mehr täglich frei schalten kann, da ich es nicht mehr schaffe, täglich am Rechner zu sitzen.

 

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Grundsätzliches (noch einmal)

  1. Ich habe wiederholt mitgeteilt, dass ich keine Fachfrau, keine Ärztin bin, medizinische Probleme bitte mit einem/r Arzt/Ärztin klären
  2. es geht in diesem Blog um Histamin-Intoleranz und um andere Zusammenhänge, die MICH bewegen
  3. ich blogge hier ohne jede Bezahlung, wenn Dir nicht gefällt, was ich blogge, dann ziehe bitte weiter, ich veröffentliche nicht jeden blödsinnigen oder beleidigenden Kommentar
  4. wie ich mehrmals mitteilte, sind die Rezepte variierbar, z. B. kannst Du anstatt Weizenmehl Ginkelmehl verwenden, oder, wenn Du keine geschmorte Zwiebeln verträgst, lasse sie weg
  5. es geht in diesem Blog nur peripher um andere Intoleranzen, ich schreibe auch nicht über Sprue bzw. Zöliakie
  6. mir ist bewusst, dass man mehrere Intoleranzen oder auch echte Allergien gleichzeitig haben kann, das musst Du mit einem/r Arzt/Ärztin besprechen

Zum Schluss

Es ermüdet mich, immer wieder das Gleiche mitzuteilen.

Viele meine Artikel sind schon älter; glücklicherweise sind bei HiT auch in der Wissenschaft Fortschritte zu vermelden, (3 Jahre gilt in der Wissenschaft schon als veraltet). Mit Geduld und einer guten Suchmaschine, kannst Du diese auch selber finden.

Aufgrund meiner schweren Krebserkrankung bin ich nicht befähigt, täglich das Blog zu aktualisieren, ich lasse es aber so stehen wie einen Nachlass. Wenn Du Deinen Kommentar nicht sofort veröffentlicht findest, liegt es wahrscheinlich daran, dass ich es zeitnah nicht geschafft habe.

Apfelkuchen mit Streusel bei Histaminunverträglichkeit

Zutaten für den Teig:

  • 150 g Butter
  • 85 g Zucker
  • ein TL Vanillinzucker
  • ein paar Körnchen Salz
  • zwei Eiweiß (mindestens 1 Eigelb aufheben)
  • 125 g Weizenmehl

Zutaten für den Belag:

  • ca. 750 geschälte, in Achtel geschnittene, saure Äpfel (z. B. Boskopp)
  • Eiermilch (ein Eigelb, etwas Milch)

Streusel aus

  • 150 g Weizenmehl
  • 100 g Zucker
  • 100 g Butter

Zubereitung:

Für den Teig Butter, Zucker, Gewürz und Eiweiß schaumig rühren. Das gesiebte Mehl unterheben. Die Masse in eine gefettete Springform (Durchmesser 26 cm) gleichmäßig verteilen und mit Eiermilch bepinseln.

Die geschälten, in Achtel geteilten Äpfel gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Ebenfalls mit Buttermilch bepinseln.

Dann die Streusel gleichmäßig verteilen.

Das ganze bei Mittelhitze (Umluft ca. 180°C) ca. 40 Min. abbacken.

Nach dem Abkühlen mit ca. zwei EL zerlassener Butter bepinseln, etwas körnigen Zucker drüber streuen.

 

Das Märchen vom Krüppelchen

Dies ist ein Text, den ich bereits vor ca. 17 Jahren schrieb. Er enthält viel Autobiographisches, endet aber damals. Ich will ihn hier einstellen, damit er nicht verloren geht. Es ist kein fröhlicher Text – wer einen fröhlichen Text will, sollte diesen nicht lesen.

Es war einmal in einem fernen Land ein wunderbarer Wald. Er war ganz anders als es die Wälder hier sind. In diesem Wald der Wunder können die Bäume sprechen und, wenn sie groß und stark geworden sind, können sie sich auch etwas fortbewegen – ganz langsam natürlich nur – aber sie suchen sich dann ihren Platz im Wald selbst.

In ebendiesem Wald stieß an einem schönen Frühlingstag ein Keimling seine Vegetationsspitze durch den Boden hinaus in Freie. Er streckte sich der warmen Sonne entgegen und schaute sich neugierig um. Ja, hier gefiel es ihm! In seiner Nähe standen große Bäume, die würden ihm ausreichend Schutz geben vor den Stürmen. Aber trotzdem gab es scheinbar genug Platz für den Keimling, sodass er seine Krone nach allen Seiten ausbreiten konnte. Die Erde war gut und nicht zu fest, und Nährstoffe umflossen seine Wurzeln

„Ein guter Platz um zu wachsen!“ dachte der Keimling, und er ging sofort daran, seinen winzigen Stamm zu verholzen.

Vor lauter Lebensfreude hörte er nur einen Teil dessen, was die Bäume in seiner Nähe raunten: „Was ist denn das – noch ein Kastanienbäumchen? Sind wir hier noch nicht genug? Wer hat denn dem gesagt, dass er gerade hier keimen soll?“

Der Kleine freute sich: „Gut, ein Kastanienbäumchen bin ich also! Ich werde mir Mühe geben und sehr schell sehr stark werden. Dann suche ich mir einen anderen Platz im Wald und alle Verwandten werden stolz auf mich sein und mich lieben.“

Und da die Sonne so freundlich lächelte, bildete das kleine Bäumchen seine ersten beiden Keimblätter.

Der Sommer kam, alle Kastanien standen im vollen Blätterkleid. Unser kleiner Keimling hatte ebenfalls seine ersten Blätter getrieben. Aber wie sahen die aus! Sie waren ja völlig verkrüppelt. Dabei hatte er sich doch soviel Mühe gegeben. Er hatte die Blätter der anderen Bäume genau betrachtet, aber es wollte ihm nicht gelingen, die gefiederten Kastanienblätter hervorzubringen.

Alle lachten über das kleine Bäumchen: „Wie du aussiehst, gar nicht wie eine richtige Kastanie. Deine Blätter sind viel zu klein. Und deine Rinde! Solch rauhe Rinde hat kein anständiger Kastanienbaum!“

Wütend rief das kleine Bäumchen ihnen zu: „Wartet nur, im nächsten Jahr wird es mir besser gelingen! Ich bin ja noch klein. Ihr werden schon sehen, dass ich eine richtige Kastanie bin! Und dann werdet ihr mich mögen!“

Im nächsten Sommer war unser Bäumchen schon ordentlich gewachsen. Es hatte immer noch viel Freude an seinem Dasein. Es liebte die Sonne und den Wind, wenn er sanft durch seine Blätter strich. Dem Wind war es übrigens egal, wie die Blätter aussahen, die er bewegte. Das Bäumchen sah auch, wie in seiner Nähe ein anderer Sämling emporkeimte. Es halft ihm dabei, sich ausreichend auf den kommenden Winder vorzubereiten.

Der Winter kam, und alle Bäume hielten ihre Winterruhe. Im Frühjahr, als die Säfte wieder stiegen, merkte unser kleines Bäumchen, dass ihm etwas Furchtbares geschehen war. Irgendein Wesen (Mensch, Tier oder Ungeheuer – es hat nie erfahren, wer es tat) war dem Bäumchen zu nahe gekommen und es war fast zerbrochen. Nun brauchte es seine ganze Kraft, um sich wieder aufzurichten. In diesem Jahr war es unser Bäumchen, das als letztes seine Blätter austrieb. Und es gelang ihm niemals, die Krümmung im Stamm vollständig zu begradigen.

Und wieder lachten alle Bäume um ihn herum: „Krüppelchen, das ist dein Name, denn ein richtiges Krüppelchen bis du. Du wirst nur zum Feuermachen taugen.“

Aber es wuchs weiter, denn es war ein außergewöhnlich starkes Bäumchen. Es wusste nur noch nichts von seiner Stärke.

Als wiederum ein Winter vergangen war, fegte ein heftiger Sturm über das Land. Selbst die größten Bäume hatten alle Mühe, dem Sturm standzuhalten. Niemand kümmerte sich um Krüppelchen oder gab ihm den Schutz, den es gebraucht hätte. Es wurde entwurzelt, eine seiner Hauptwurzeln riss sogar ab. Mit der übriggebliebenen Wurzel krallte es sich im Boden fest. Es gelang ihm, wieder Halt zu finden, jetzt in einiger Entfernung von den anderen Bäumen. Dort suchte es sich eine neue Nährstoffader und trieb wiederum seine Blätter aus.

Zwei Sommer vergingen . Krüppelchen sprach jetzt wenig mit den anderen Bäumen, und so fühlte es sich oft einsam. Darum freute es sich sehr, als eines Tages jemand zu ihm kam und seine Gesellschaft suchte. Es war ein Ungeheuer, aber Krüppelchen wusste das nicht. Niemand hatte es vor den Ungeheuern gewarnt und ihm erklärt, dass sie auch sehr freundlich erscheinen können.

Das Ungeheuer weckte Krüppelchens Neugier und versprach ihm ein treuer Freund zu sein. Krüppelchen müsse nur für immer sein Geheimnis waren. Dann stieß er ihm ein scharfes Messer in den Stamm. Der Schmerz war entsetzlich. Niemals zuvor und niemals danach verspürte Krüppelchen solch starken Schmerz.

Aber es verstand auch nicht, warum dies geschah. Darum schämte es sich und versuchte, seine riesige Wunde zu verbergen. Krüppelchen senkte ganz langsam seine Zweige, sodass niemand die Verletzung sehen konnte. Und es begann, allen Lebewesen um ihn herum zu misstrauen. Mehr und mehr dachte es darüber nach, dass dieser Wald doch kein guter Ort für ihn war.

Auch fingen die Kastanien in seiner Nähe wieder an, über ihn zu spotten: „Warum lässt du deine Äste hängen – bist du eine Trauerweide? Du bringst gar nichts zuwegen. Und was für einen dicken Stamm hast in deinem Alter. Du hast doch erst 6 Sommer gesehen!“

Krüppelchen hätte sich gern einen anderen Platz gesucht, aber es war noch zu schwach dafür. So wuchs es weiter und erlebte einige Sommer und Winter.

Irgendwann kam ein junger Kastanienbaum in seine Nähe. Es waren die ersten Gehversuche dieses Baumes, aber Krüppelchen konnte sich noch nicht von der Stelle bewegen. So musste es dulden, dass dieser Kastanienbaum eine Weile bei ihm stehenblieb. Er interessierte sich dafür, was Krüppelchen wohl unter seinen hängenden Ästen zu verbergen hatte. Er versuchte mit seinen Zweigen Krüppelchens Äste wegzurücken, was ihm aber nicht gelang.

Krüppelchen war voller Angst. Diese Attacken bereiteten ihm Qualen, und es machte sich Sorgen, dass dieser Baum die Wunde im Stamm berühren würde. Sie harzte schon stark. Zu seiner Erleichterung verlor der junge Kastanienbaum nach einer Weile sein Interesse an ihm und zog weiter. So konnte Krüppelchen in den nächsten Sommern wieder neue Triebe und Wurzeln bilden, denn es war immer noch ein Bäumchen mit außergewöhnlich viel Kraft, aber es wusste davon nichts.

Nun gelang es ihm auch, seine ersten Blüten und danach seine ersten Früchte zu bilden. Seine Früchte waren allerdings ebenso wie seine Blätter verkrüppelt. Die Schalen der Kastanien wollten sich nicht vollständig um die die Früchte schließen, die Kastanien wurden auch nicht richtig braun sondern blieben etwas grünlich und viel zu klein. Trotzdem begannen einige der Früchte in der Erde zu keimen und kleine Bäume zu wachsen.

Aber wie erstaunt war Krüppelchen – dort wuchsen kleine Eichenbäumchen!

Krüppelchen vermutete dass der Wind Eichenpollen herangetragen hatte und deshalb Eichen entstanden waren. Es versuchte trotzdem, die jungen Bäumchen vor den Stürmen zu beschützen, was ihm allerdings anfänglich nur schlecht gelang. Es brauchte zu viel Kraft, selbst jedes Jahr genug Blätter zu bilden und auch die Wunde im Stamm zu verbergen. Außerdem entzündete sich diese Wunde immer aufs Neue. Es kamen auch wiederholt junge Kastanien bei Krüppelchen vorbei und entzogen ihm Nährstoffe. Die großen Kastanien in seiner Nähe, deren Aufgabe es sein sollte, Krüppelchen zu schützen, wollten nichts mit so einen seltsamen Baum zu tun haben oder waren längst weitergezogen, sodass Krüppelchen den Wetterunbilden ausgesetzt war.

So entschloss es sich eines Sommers, keine Blätter mehr auszutreiben.

Etwa um diese Zeit war es als ein Förster in diesen Teil des Waldes kam. Er erkannte, dass dieser Baum sehr geschwächt war. Er sah die weinigen verkrüppelten Blätter, die merkwürdigen Früchten, die hängenden Äste und auch, dass viel Ungeziefer von dem Baum lebte. Er versuchte, Krüppelchen zu helfen und goss einige Kräuterbrühen über die Wurzeln. Die Winde im Stamm bemerkte er nicht; Krüppelchen wollte nicht mit dem Förster sprechen, da es sich nicht sicher war, ob er ein Ungeheuer war. Darum kümmerte sich der Förster nicht weiter um Krüppelchen.

Dem Baum ging es nun etwas besser und er empfand wieder ein wenig Freude an der Sonne. Er beobachtete, wie in der Ferne eine Eiche vorbeizog und fand sie wunderschön. Krüppelchen wäre ihr gern nachgegangen. aber es konnte noch immer nicht gehen.

Als die Eiche am Horizont verschwunden war, kam eine Kiefer in seine Nähe. Es war ein großer kräftiger Baum und ihm gefiel der Platz, auf dem Krüppelchen stand.

Er fragte: „Erlaube mir, hier zu bleiben. Ich will dir Schutz geben und dir niemals etwas Böses tun!“

Krüppelchen war zufrieden damit, dass die Kiefer bei ihm bleiben wollte. Sie war so breit, dass es sich gut hinter ihr verstecken konnte. Kein Sturm und kein Ungeheuer würden ihm jemals wieder etwas anhaben können. Also blieb die Kiefer, trieb ihre Wurzeln fest in den Boden und mit einigen umschlang es fest Krüppelchens Wurzeln.

Sie hatte sich Krüppelchen aber zu sehr genähert (Krüppelchen wollte das so), sodass sie ihm die Nährstoffe entzog und Krüppelchen auch nicht genug Sonnenlicht erhalten konnte. Trotzdem war es Krüppelchen recht so in der Nähe der Kiefer zu sein. Es war kaum mehr zu sehen. Wenn jetzt irgendein andereres Wesen in seine Nähe kam, sprach es nur mit der Kiefer. Niemand lachte mehr über Krüppelchen. Alle liebten die stattliche Kiefer. Und die Lebewesen im Wunderwald wussten nicht, dass die Kiefer ihre Kraft von Krüppelchen nahm.

Krüppelchen war zwar manchmal traurig darüber, dass es nie genug Kraft zum Gehen hatte, aber es dachte bei sich: „Dieser Platz ist genauso gut, wie jeder andere. Hier gehöre ich hin. Hier habe ich Schutz. Hier kann ich die jungen Eichen, die aus meinen Früchten gekeimt sind, vor dem Sturm bewahren.“

Die Jahre vergingen und Krüppelchen wurde immer schwächer. Die Nadeln der Kiefer rieben unaufhörlich an seinem Stamm und die Verletzung im Stamm hatte sich wieder stärker entzündet. Irgendwann war Krüppelchen so sehr geschwächt, dass es seine Fähigkeit, Früchte hervorzubringen, die keimen konnten, für immer verlor.

Ein paar Jahre später wurde eines von Krüppelchens Keimlingen von einem bösen Parasiten befallen. Nun begann Krüppelchen, die unterirdischen Nahrungsströme umzuleiten. Einen Teil davon holte sich schon lange die Kiefer, einen anderen Teil bekam jetzt der Keimling. Und so gelang es tatsächlich, den Parasiten abzuwehren und den Keimling zu retten.

Als dieser Keimling endlich wieder wuchs und stärker wurde, war Krüppelchen mit seiner Kraft am Ende. Es sah die Sonne nicht mehr, die es doch so liebte. Und es war nicht mehr in der Lage, Blätter zu treiben. So war es kurz davor zu verdorren. Es war ein wirklich trauriger Anblick, wie es dort stand mit seinen hängenden Zweigen. So wurde es, fast völlig verdeckt von der Kiefer, von einer weisen Kräuterfrau entdeckt, die im Wald nach Heilpflanzen suchte. Sie wurde auf Krüppelchen aufmerksam, um da sie die Sprache der Bäume verstand, versuchte sie mit ihm ins Gespräch zu kommen.

„Was bist du für ein Baum?“ fragte sie. „Ich kann gar nicht erkennen, zu welcher Art du gehörst. Dein Stamm ist dick, aber deine Äste hängen herab. Außerdem hast du noch kein Blatt ausgebildet, obwohl es bereits spätes Frühjahr ist.“

Krüppelchen erklärte ihr, dass es sich so schwach fühle, dass es am liebsten verdorren wollte. Die Kräuterfrau wollte helfen und goss einige Kräuterbrühen über seine Wuzeln. Krüppelchen fühlte sich wohl, wenn sie da war. Es tat ihm gut, dass sie immer wieder mit ihm sprach. Und es ging ihm etwas besser, sodass es einige Blätter austrieb. In seiner Freude über ihre Anwesenheit merkte es nicht, dass es die Äste etwas angehoben hatte.

Wie erschrak die Kräuterfrau, als sie die schreckliche Wunde im Stamm bemerkte, die sich inzwischen bis ins Baummark durchgefressen hatte. All ihr Wissen wandte sie nun an, um diesen Prozess zu stoppen. Nicht immer schmeckte Krüppelchen die Medizin, die sie ihm verabreichte. Aber es glaubte mehr und mehr an die Weisheit der Kräuterfrau und darum ließ es sie gewähren.

Und die Wunde im Stamm fing tatsächlich an zu heilen. Im Laufe der Zeit wurde es eine empfindliche Narbe, die Krüppelchen nicht mehr versteckte. Dadurch, dass sein Äste nun höher ragten, bekam es auch wieder Sonnenlicht. Es war der Kräuterfrau überaus dankbar.

Als Krüppelchen nun immer stärker wurde, begann es auch wieder, seine Umwelt zu beobachten. Da sah es in der Ferne wiederum eine Eiche stehen. Es sah ihren kräftigen Stamm und ihre wulstige Rinde. Und als es sich mir ihr verglich, bemerkte es, dass es einen ebensolchen Stamm und eine solche Rinde hatt. Sollte es sich sein ganzen Leben lang geirrt haben? War es gar keine Kastanie sondern eine Eiche? Gelang es ihm deshalb niemals, gefiederte Blätter hervorzubringen?

Die Kräuterfrau riet ihm, die Blätter so wachsen zu lassen, wie sie hervor kamen, ohne Kraft dafür zu verwenden, irgendeine Form hervorzubringen. Und siehe da, plötzlich wuchsen wunderschön geformte Eichenblätter.

Wie stolz Krüppelchen da war: Sie, die Eiche!

Nun, wo sie keine Kraft mehr dafür vergeudete, eine richtige Kastanie zu werden, wurde sie bald viel gesünder und stärker.

Wie geht es ihr heute?

Sie ist zu einer großen starken Eiche herangewachsen. kein Lebewesen im Wald nennt sie mehr Krüppelchen. Die Kräuterfrau sieht immer noch hin und wieder nach ihr, und die Eiche freut sich noch immer darüber. Inzwischen hat sie ihre ersten Schritte getan. Sie nutzt ihr Bewegungsfreiheit dafür, jungen Bäumen beizustehen. Sie kann ihnen nun noch besser Schutz vor Stürmen geben. und sie passt darauf auf, dass kein Ungeheuer den Kleinen zu nahe kommt. Ihre Äste haben sich in alle Richtungen gestreckt und sie entwickelt jedes Jahr ein dichtes Blätterkleid. Manchmal wachsen noch seltsame Blätter, die wie Kastanienblätter oder Kiefernnadeln aussehen oder sie treibt hier und da seltsame Blüten. Es macht ihr Spaß, so etwas hervorzubringen.

Der Kiefer gefielen ihre Verändungen nicht, und sie versuchte, unsere schöne Eiche mit aller Kraft festzuhalten. Aber die Eiche weiß, eines Tages, wenn sie stark genug ist, wird sie von hier fortgehen. Sie wird andere Eichen suchen und mit ihnen leben. Sie wird sich einen Platz im Wald suchen, der ihr gefällt, und sie wird keinem Lebewesen mehr erlauben, ihr etwas zu nehmen, was sie ihm nicht geben will.

Dann wird sie groß und stark sein und sehr alt werden.

Hier endet die alte Geschichte. Später ist die Eiche tatsächlich losgegangen, hat die Kiefer stehen lassen und ihr Glück gefunden. Sie ist mit Bäumen gegangen, die sie lieben, mögen und stolz auf sie sind.

Alt wird sie nicht werden. Die frühe Verletzung ist wieder aufgebrochen. Der Todeskeim wirkt. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Willkommen! Eine Fiktion über den Unsinn der uns umgebenden, alltäglichen Propaganda

Eine sanfte weibliche Stimme empfing ihn:

„Willkommen in unserem Haus! Wir danken Ihnen, dass Sie sich für unsere Einrichtung entschieden haben. Wir sind eine moderne, nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgestattete, medizinische Institution. Wir haben zahlreiche Qualitätspreise erhalten.

Haben Sie etwas Geduld. Wir kümmern uns sofort um Ihr Anliegen…“

Er war sich sicher, hier würde man ihm helfen. Noch einen kleinen Augenblick, dann wird alles gut.

Nun suchte er nach einem Ort, seinen müden Körper zu lagern. Aber in der Eingangshalle standen nur einige Terminals. So gut es ging, schleppte er sich an einen von ihnen. Er steckte seine eGCard in den Schlitz – sofort erschien eine Schrift:

„Guten Morgen, Herr B. Wir freuen uns auf Ihr Begehren. Was können wir für Sie tun?“

Er versuchte ein paar Worte zu sprechen, was ihm schlecht gelang. Im Hintergrund säuselte noch immer die weibliche Stimme über die Vorteile des Hauses. Der Bildschirm vor ihm flimmerte und spuckte eine Liste aus.

„Bitte klicken Sie an, was auf Sie zutrifft!“

Die Zeilen verschwammen vor seinen Augen. Er konnte das Zittern seiner Gliedmaßen kaum kontrollieren. Es war schwierig, ein Symptom einzugrenzen.

Vorwurfsvoll erschien der Satz auf dem Bildschirm:

„Das tut uns leid, dieses Symptom kann nur auf eine Frau zutreffen. Laut eGCard sind Sie ein Mann. Beginnen Sie noch einmal mit der Symptomliste.

Wir freuen uns, dass wir Ihnen helfen dürfen!“

Der Bildschirm schien ihn höhnisch anzugrinsen. Die sanfte Stimme im Hintergrund berichtete von der Anzahl der im Krankenhaus bereitstehenden Mediziner, aufgeteilt in Professoren, Doktoren, Diplom-Mediziner, usw.

Wieder machte er Fehler.

„Lieber Herr B., unser Krankenhaus ist eine spezialisierte Einrichtung für Notfallmedizin, Chirurgie, Gynäkologie, u.a. Ihre Probleme betreffen die Zahnmedizin. Bitte suchen Sie eine spezialisierte zahnmedizinische Einrichtung auf. Wir empfehlen Ihnen…“

Die Buchstaben verschwammen vor seinen Augen. Als er langsam in sich zusammensackte, hörte er noch leise die Stimme im Hintergrund, die ihm Fallbeispiele von Lebensrettungen erzählte.

Ein paar Stunden später fand ihn ein Roboter der Putzkolonne. Pflicht- und programmgemäß wurde das Terminal vom Blut gesäubert und der Fremdkörper vom Fußboden entfernt. Die E-GCard wurde geschreddert.

Als eine Familie mit Kind die Eingangshalle betrat, war alles wieder hell und freundlich. Eine sanfte weibliche Stimme empfing sie:

„Willkommen in unserem Haus! Wir danken Ihnen, dass Sie sich für unsere Einrichtung entschieden haben. Wir sind eine moderne, nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgestattete, medizinische Institution. Wir haben zahlreiche Qualitätspreise erhalten.

Haben Sie etwas Geduld. Wir kümmern uns sofort um Ihr Anliegen…“

 

Kürbissuppe bei Histamin-Unverträglichkeit

Kürbis kann man bei HI gut vertragen. Als Geschmacksvariante bringt er Abwechslung in den Speiseplan. Die Mengenangaben sind nur ungefähr. Bei Suppe ist immer etwas Kreativität gefragt.

Zutaten:

  • ein kleiner Hokkaido-Kürbis
  • eine Zwiebel
  • zwei Möhren
  • zwei kleine Kartoffeln
  • 25 g Butter
  • ca. 1 l Wasser
  • 1/4 Teelöffel Salz
  • Kräuter nach Geschmack

Zubereitung:

Zwiebel schälen und klein schneiden. in der erhitzten Butter glasig werden lassen.

Den Kürbis waschen (Schale nicht entfernen), Kerne entfernen, in ca. 2 x 2 x 2 cm große Würfel schneiden. Ebenso die Möhren und Kartoffeln schälen, waschen und würfeln. Die Gemüsewürfel zu den angebratenen Zwiebeln geben. Das ganze mit kochendem Wasser auffüllen. Salz dazu geben.

Ca. 10 Minuten auf kleiner Flamme kochen. Dann mit dem elektrischen Pürierstab zerkleinern. Falls die Suppe dann zu dick sein sollte, kann man noch etwas kochendes Wasser dazu geben. Würzen nach Geschmack. Manch einer mag auch etwas Zucker in die Suppe.

Vom Kochherd nehmen und eine Handvoll frischer Kräuter dazugeben.